Kauf- und Traufgeschichten

8 Dez
Gehen wir nicht weiter ins Detail.
Gehen wir nicht weiter ins Detail.

8. Dezember, es ist mal wieder so weit: Früh am morgen finden sich in der Duschwanne Abwasser-Reste des Nachbars nächtlicher Waschmaschinen-Orgie. Nach einigen Litern Wasser über die Dusche erfolgt der hinlänglich bekannte Rückstau, und Druck auf die WC-Spülung lässt die Dusche blubbern. Bedeutet: Das Abwasser steht grob auf Flurhöhe in den Leitungen.

Spontan kommt dann noch ein Gurgeln dazu, das den Siphon des WC leer saugt. Insgesamt: Keine erfreuliche Aussichten.

Glücklicherweise ist noch nicht Wochenende, daher bringt der Anruf beim Installateur zumindest nach Telefonnummern-Austausch die hoffnungsvolle Botschaft: „Wir rufen zurück wenn die Leut’ auf den Baustellen fertig sind.“

Mit eher ungutem Bauchgefühl und einer halben Stunde Verspätung mache ich mich auf den Weg in die Arbeit, um kurz nach 10 Uhr tatsächlich den versprochenen Anruf zu erhalten. Also wieder zurück nach Hause.

Die am Boden verklebte Schüssel wird mit dem Tapetenmesser entfernt, dann schwingen Meister + Lehrling zuerst einmal die Kamera in die Finsternis. An den Wänden der 100er-Kunststoffrohre algt fröhlicher Biofilm vor sich hin, aber insgesamt hätte ich tatsächlich Schlimmeres erwartet. Den Fachleuten missfällt die geringe Rohr-Neigung und das deswegen stehende Bodenwasser, aber ohne die kompletten Keller-Rohre und alle Mauern dort neu zu machen, wird sich dieser jahrzehntealte Baumangel nicht beseitigen lassen.

Ein halbes Dutzend Meter Rohrleitung wird mit der Reinigungs-Spirale beackert, dann mehrere Duschtassen voll Wasser abgelassen. Probleme? Keine. Vermutlich war der morgens beobachtete Absaug-Effekt schon der Durchbruch bzw. Abgang der Rohr-Verlegung gewesen. Rückstau ist jedenfalls keiner mehr zu bemerken.

Puh.

Die WC-Schüssel ist jedenfalls jetzt nur lose aufgestellt. Wäre wirklich mal Zeit, an der leicht abgewandelten Position wieder eine ordentliche Boden-Verschraubung statt Silikonkleber zu setzen. Und weil der sonst eher unzugängliche „Betriebsteil“ durch das mineralstoffreiche örtlichen Wasser mehr als nur etwas angegriffen ist, und noch ein Gutschein vom Baumarkt, der noch 24 Stunden gültig ist, noch nicht mit dem Altpapier entsorgt ist, ist es wieder mal Zeit für eine inspirierende Baumarktwanderung!

Die Prüfung mittags vor Ort ergibt, dass ein Standard-Flachspüler mit waagrechtem Ausgang derzeit für knapp über 21 Euro über die Theke geht. Oder, wie Mr. SMD anmerkt, „da zahl ich ja schon für Entkalker mehr.“

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