Heimkino: „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ (2011)

27 Feb

Ja ach du meine Güte. Au weia. Wie konnten sie nur? Und vor allem, wie konnten wir nur? (in diesem Falle Mr. J und ich, vor des Bloggers Leinwand – ja, zur Abwechslung mal nicht Kellerkino, sondern in meiner Bude). Objekt des Amüsemengs:

„Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1071875/

Boah. Da fällt einem ja die Linse aus dem Beamer. Wenn das das beste an Film ist, was man mit einem Budget von 50 Millionen Greenbacks machen kann (und das ist schon inkl. Outsourcing ins osteuropäische Filmwunderland Rumänien), dann gute Nacht.

Der erste Teil der Geschichte um den Biker, der einen Deal mit dem Teufel macht, war ja noch recht dekorativ, wenn auch von der Handlungstiefe eines feuchten Handtuchs an der Waschmaschinentrommelwand nach dem Schleudergang. Aber Numero Due, da fragt man sich echt was die Drehbuchschreiber geraucht haben, um so einen Senf an Handlung auf das Publikum loszulassen. Theoretisch könnte ja was draus werden, aus der verquast-mythischen Story, auch wenn die Verknüpfung zum ersten Teil nur wirklich sehr, sehr lose und mit viel gutem Willen zu akzeptieren ist. Aber ehrlich gesagt, die Locations können auf jeden beliebigen Streifen Autobahn und ein paar Industrie-Ruinen dazu reduziert werden (gerne auch Ruhrpott, würde auch niemandem auffallen). Warum und was passiert, das interessiert eigentlich nicht wirklich, das Filmteam am allerwenigsten. Irgendwas mit der üblichen Inkarnationsplotte, das Böse, etc. etc. Ham’ wa’ ja alle schon mal seit Grimms Möhrchen durch.

Die Effekte sind blitzsauber integriert (zum größten Teil), und so überschwänglich in der Exekution wie von einer Horde Jungfilmtechniker geschaffen, die grade ihren Abschlussfilm in der Kategorie „Synthetischer Rauch, Feuer und Voxeldynamik“ abliefern. Ein Schaufelradbagger des Satans, in Flammen und als maximalkompensatorischer Morgenstern gegen die Bösen? Gerne, immer druff. Nic Cage wie auf Amphetamin, maximale Shake-Cam, Weitwinkel ca. 10 mm, im Hyperdrive auf dem Bike durch nächtliche Straßen, während immer wieder der Rider durchbricht? Logo, machen wir. Kontext? Kontinuität? Kasus? Sowas von egal, das muss einfach nur flashen. Da kann man auch mal eine Bullet-Time einlegen, die eher an „Boah, kuck mal mein geiles 3D Mesh an, kuck, ich kann’s 360 Grad rotieren lassen“ erinnert als an etwas, was auch nur annähernd die Illusion der Film-Wirklichkeit beibehält. Warum der Rider bei einer der rhythmus- und spannungslosen Showdowns mittendrin die Arme hochreißt und brüllt? Keine Ahnung, vielleicht hat er grad das Drehbuch zu Ende gelesen. Würde einiges erklären.

Wenn dann noch Christopher „Es kann nur einen geben / Mortal Kombaaaat!“ Lambert als menschlicher Latein-Spickzettel und Teilzeit-Höhlenmönch auf die Leinwand tritt, dann schiebt sich einem das Grinsen irgendwo zwischen schamloser B-Movie-Dreistigkeit und hysterischer Verzweiflung ins Gesicht. Dass die „Kämpfe“ wirken wie aus dem letzten Zappel-Shooter schlecht geklaut, geschenkt. Muss ja auch nicht immer so was mit Anspruch sein.

Ich fasse zusammen: Es war eine Erfahrung. Und was für eine. Wiederholen? Och nee, nicht so bald. Es gibt auch noch andere Filme. Oder zur Not auch trocknende Farbe, der man zusehen kann. Dieser Rider ist definitiv keine von Old Nic’s Bestleistungen.

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