Heimkino: „Zorn der Titanen“ (2012)

25 Dez

Ach du meine Güte. Das scheint ja dann wohl das Kino-Äquivalent zum Casual Gaming zu sein. Film ohne Motivation, Figuren ohne Charakter, leicht verdaulich, und irgendwo im schmerzfreien Preisbereich, während man an der Kasse ansteht. Natürlich ist die Rede von:

„Zorn der Titanen“ (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1646987

Sam Worthington, bekannt als „der aus Avatar“, läuft durch historisch-mythische Levels, sorry, „Gegenden“, um die drei Teile des Götterspeers zusammenzubauen, um damit den Endboss mit One-Hit-Kill zu plätten. Natürlich gibt’s ein Zeitlimit, und natürlich hat er einen Zwerg mit Axt und einen Elfen mit Bogen dabei — Moment. Das klingt jetzt irgendwie so falsch wie der Rest des Films.

Neuer Anlauf. Also: unser ständig unwilliger, vor sich hin zweifelnder Heldenhalbgott wird begleitet vom Comic Relief Rastalocke aus dem Knast und der unheimlich wichtigen Königin von Irgendwo, die praktisch sofort ihre aufgestellte Armee am Vorabend der Schlacht sitzen lässt, um questen zu gehen, ich-bin-dann-mal-weg-style. Auf dem Weg treffen sie Bill Nighy, wieder kaum kenntlich (nur diesmal hinter Strubbelbart statt Gesichtstentakel wie in Fluch der Karibik), aber nachdem er das Gizmo des Tages pflichtgemäß weitergereicht hat, geht er auch schon wieder verloren und stört auch nicht weiter.

Zu dem Zeitpunkt sind auch alle Nebendarsteller der kleinen Questgruppe pünktlich dahingemeuchelt vom Zwischengegner, also weiter mit Suchspiel im Labyrinth. Soll natürlich die Unterwelt sein, trotzdem läuft als nächster Zwischenboss hier der Minotaurus (das war mal auf Kreta, das Labyrinth, aber pfeif drauf) durch die Gegend, der gegen Player 1 natürlich gar nix reißt.

So geht’s dann weiter durch die Endschlacht, Held knutscht Königin, alle gerettet, Götter gedämmert, Abspann.

Aua. Was soll man zu so einem Mischmasch sagen? Die erste halbe Stunde zieht sich trotz Sand-Gebalge mit Chimäre erstaunlich in die Länge, aber ab dem Treffen mit den Zyklopen (natürlich Zyklopen, was wäre das denn für ein Griechen-Sandalen-Klopper ohne Zyklopen, eh?) nimmt der Film Fahrt auf und reitet auf einer Bugwelle technisch blitzsauberer Effekte über den Hirnfreien Ozean seinem Endkampf-Hafen entgegen.

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Popcorn-Kommerz mit seelenlosen Protagonisten vs. die besten Monster, die man mit Geld kaufen kann.

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