Die Kunst der Fuge

29 Dez

Manche Dinge liegen einfach. Und liegen, und liegen, und liegen. Dann liegen sie noch ein bisschen länger.

So geschehen mit einer Fuge an der Duschwand. Die hielt sich seit der Errichtung des Gebäudes, was mittlerweile auch schon ... 1984? 1983? … murmel … jedenfalls mehr als 30 Jahre  her ist. Zwischenzeitlich – vor meiner Zeit – hat sich auch mal der Schimmel versucht einzunisten, wurde aber chemisch niedergestreckt, hinterließ aber ein paar unschöne Sprenkel im ansonsten klaren Plastik. Jedenfalls hielt sie all die Jahre dicht, aber: neues Jahr, neue Ideen, und auch wenn ich sonst in Bezug auf Haustechnik eher auf dem Standpunkt von „so lange es funktioniert, ist’s egal wie’s ausschaut“ stehe (was auch die Original braunen Fliesen erklärt … ), die eine Stelle war so eine langwierige niederschwellige Irritation.

Also: es steht sowieso noch einiges an, irgendwo muss ich ja mal anfangen. Nach dem Kauf eines Plastik-Silikonschabers fand sich auch prompt der Metall-Silikonschaber wieder, wie es oft so geht mit Werkzeug. Außerdem war noch eine angebrochene Tube Silikon übrig, mit einem Patent-Verschluss-Stopfen. Tatsächlich ließ sich selbiger aus der Tülle entfernen, und hinterließ ein langes Loch, das wiederum so klein war, dass trotzdem nichts mehr hindurch passte.

Also: Tülle weg, Presspistole betätigt, und: Material kommt! Auch mit Fertigungsdatum 2011, was mich doch etwas überraschte. Egal, frische Tülle drauf, zuschneiden, Halt.

Zuerst muss das Alte ’raus. Das historische Silikon (oder Acryl? Wer weiß…) braucht die kombinierte Überredungskraft von Rasierklinge und Schaber, gibt aber letztendlich doch nach. Kleine Gummi-Schnippel sammeln sich in der Duschwanne, und ein paar Spritzer Essig-Essenz (ich liebe Einweg-Schutzhandschuhe) beißen zwar in Auge und Nase, aber auch die letzten Kalk- und Plastikreste von Aluminiumprofil und Fliese.

Als eher-weniger Sanitär-Heimwerker schaffe ich es wenigstens, die Menge von Aufgetragen zu Abgewischt (natürlich mit Patent-Fugenformer) knapp bei 2:1 zu halten, und tatsächlich, das Plastik-Fugenformer-Teil macht saubere Form.

Angeblich ist das nun nach 12 Stunden beduschbar. (Aktueller Stand: 30 Stunden). Fühlt sich aber immer noch sehr sehr klebrig und schmierig am Finger an. Lieber noch etwas abwarten, der Härte- bzw. Wassertest wird erst morgen früh kommen. Optisch jedenfalls ist es schon eine deutliche Verbesserung.

Und weil’s so inspirierend war, und auch erheblich besser geworden ist als ich befürchtet hatte, habe ich gleich noch in der Wohnung von meinem Vater auch die Dusche neu ver-silikoniert (hier hat sich beim Öffnen der Dusch-Säule wg. abgerutschtem Schlauch gleich die ganze Verklebung der Glaswand gelöst – aber das ist jetzt auch Geschichte).

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