Heimkino: „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (2013) und „Dredd“ (2012)

23 Aug

Neu auf dem Markt für Heimkinodatenträger, und dank a) einer demnächst leider anstehenden Ladenschließung hier im Landkreis und b) eines Gutscheins des örtlichen Drogeriemarkts auch nicht zum Vollpreis, gab’s mal wieder einen Urlaub-Sofa-Nachmittag (mangels Sofa im Fernsehsessel). Film Nummer 1:

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger (3D)“ (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1428538/

Als Fortführung der Grimms-Märchen-Geschichte mit „robusteren“ Mitteln (wobei die Frage ist, wie viel kann man auf „Hexe im Ofen verbrennen“ noch drauflegen, wenn’s „ab 16“ bleiben soll?) präsentiert sich die „H+G haben sich berufsmäßig für die Laufbahn Hexenjagd entschieden“ als eine Mischung aus Märchen-Konzepten, Steampunk-Styling, viel Masken-Arbeit und einem Halb-und-Halb-3D (teils echte Doppel-Kamera, teils Post-Processing). 3D lohnt sich aber nicht wirklich dafür.

Ein paar skurrile Einfälle, viel Popcorn, irgendwie blasse Helden und natürlich die Oberbösewichtin mit heftigem Over-Acting (B-Movie, da muss das so sein — hätte den nominalen Titelgebern auch gut getan). Erinnert in manchen Teilen vom Look her an „Van Helsing“, packt aber nicht so viel verschiedene Locations in seine Laufzeit. Kann man anschauen, ist aber nicht der ganz große Knaller.

Weiter zum zweiten Film:

„Dredd (3D)“ (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1343727/

Hat mit dem Stallone-Flop aus den … 90-ern? … nur die Comic-Vorlage und den Namen gemein. Als das Kinn unter der Maske fungiert Karl Urban, und im Großen und Ganzen ist „Dredd“ ein einziger geradliniger Action-Showdown mit hohem Material- und Personalverschleiß und plakativer Schwarz-Weiß-Zeichnung. Technisch ist er in echtem 3D (also mit zwei Kameras) gedreht worden, sollte daher optimale Tiefenwirkung bieten.

Sollte. Leider sind linker und rechter Kanal eben mit zwei Kameras gefilmt worden. Da hätte der Operator auch darauf achten sollen, dass die in Gamma und Schwarz-/Weißpunkt identisch eingestellt sind. In vielen — zu vielen — Szenen ist aber die Helligkeit nicht ausbalanciert. Wo auf dem linken Auge die Glanzeffekte auf der obligatorischen Lack-und-Leder-Kluft der brachialstmöglichen Gesetzeshüter deutlich zu sehen sind, sieht das rechte Auge durchgängig schwarz. Zumindest mir zuckt dann immer ein Augenlid, weil auf der Hälfte des Sichtapparats ein Schleier zu liegen scheint. Drückt man auf Standbild und blinzelt bzw. wechselt die Brillenseite, sieht man, es ist die Blu-Ray. Und in den Betonfluren mit ihrer grün-düsteren Neonbeleuchtung hat das Filmteam die Licht-Nachverstärkung in ungeahnte Höhen getrieben, so dass beide Kameras in den kurzen Takes dann rauschen wie ein Diskoschnappschuss mit dem Billighändi. Natürlich jede Kamera mit ihrem eigenen Rauschmuster für sich, lässt sich auch kaum verhindern. Zur Halbzeit habe ich dann genervt auf 2D zurückgeschaltet, die paar Euro Aufpreis für die 3D-Fassung abgeschrieben und dann zumindest einen soliden wortkargen Krawallfilm ohne bleibenden Eindruck bekommen, der näher an der dystopischen Welt des Comics sein dürfte als das alte Stallone-Vehikel. Welches allerdings auch mehr Popcorn-Wert lieferte. In 2D technisch gut gemacht (die Ultra-Zeitlupen-Effekte sind erwähnenswert), in 3D je nach Empfindlichkeit leider ein Augenstörer gehobenen Ranges, und insgesamt ohne Jugendfreigabe (was er sich allerdings auch recht schnell verdient).

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