Heimkino: „Tad Stones 3D“ (2012)

16 Mrz

Nicht alles was aus der Kategorie „Computeranimation“ kommt ist ein Produkt aus Hollywood. Hin und wieder gibt’s auch kleinere Studios, die sich (mit wechselndem Erfolg) mit viel Enthusiasmus auf ein Filmprojekt stürzen. Meist fallen die unter die Kategorie „regional erfolgreich“ und finden sich dann in der Günstig-Ecke der Neuveröffentlichungen wieder. Ein solches Ding ist:

„Tad Stones – der verlorene Jäger des Schatzes 3D“ (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1764625/

Ja, was haben wir denn da? Die bereits zur Erstveröffentlichung im Budget-Preisbereich platzierte spanische Produktion präsentiert sich auf gehobenem Studenten-Niveau, und das ist erstmal nichts schlechtes – ich nicke da mal anerkennend auf die Qualität, die sich in den Abschlussarbeiten z.B. des Vancouver Film School Kanals auf YouTube tummelt. Die Geschichte um den unerwartet vom gerade gefeuerten Bauarbeiter zum Archäologen-durch-Verwechslung beförderten Tadeus, der sich in der Jagd auf einen Inka-Schatz wiederfindet, bedient sich aus dem reichhaltigen Fundus rund um Indiana Jones zusammen mit ein paar Versatzstücken, die schwer nach Disney’s „Atlantis“ aussehen.

Einen Rüffel sende ich mal an die Postproduction-Firma „Apunto Lapospo“. Meine Damen und Herren, da sind euch aber ein paar derbe Schnitzer im 3D einfach mal so durchgerutscht, sei es was die Kamera oder das Setup angeht.

Das erste Mal fällt’s auf im Setting im Flughafen, wo im linken Auge die Namen der Fluggesellschaften über den Ticket-Schaltern weg sind, und im rechten noch da. Vermiedene Schleichwerbung sieht anders aus… und vollends absurd-flackernd wird’s auf der „Flugzeug über Landkarte“–Montage, wenn auf dem Aeroplan sich zwei verschiedene Firmen-Designs auf den Stereo-Kanälen streiten. Da scheint wohl jemand vergessen zu haben, dass zu einem 3D-Master immer zwei Filmdateien gehören. 

Ein anderes Problem plagt den Betrachter plötzlich in der Verfolgungs-Szene auf dem Zug-Dach, da gibt's ein paar Momente, wo einem die Augen im schmerzenden Doppelbild durch den Hinterkopf wollen und die Räumlichkeit überhaupt nicht mehr funktioniert, und mittendrin finden sich immer wieder Schnitzer in der Beleuchtungs-Abstimmung, wo das linke Bild und das rechte sich nicht einig werden können, wo was wie hell sein soll.

Von diesen absolut unerwarteten technischen Macken mal abgesehen, präsentiert sich der Film als Cartoon-Abenteuer auf gehobenem Niveau. Nicht unbedingt richtig großes Kino und auch gelegentlich dem Slapstick zu sehr zugeneigt, aber als „mal was anderes“ für zwischendurch gut geeignet.

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