Wenn die virtuelle Düse geht …

16 Jan

… dann doch bitte mit den richtigen Werten! Aber nein, nach einer „Sind Sie sicher?“–Zerebralflatulenz, bei der ich voller Überzeugung, das Richtige zu tun, die eigentlich schon fertige Voreinstellung wieder dauerhaft nihiliert habe, musste ich mir den Start- und End-GCode für mein Slic3r/Weistek-Setup wieder aus anderen übriggebliebenen Druckdateien zusammensuchen.

Dabei habe ich eine Einstellung übersehen: Printer -> Extruder. Dort war seither „0,5mm Düse“. Problem? Nur, wenn im Drucker stattdessen schon immer eine 0,4 mm Düse steckt. Upps.

Und um endlich der Sache mit den schiefen Drucken auf den Grund zu gehen, habe ich im Drucker wieder alle Standard-Werte für die Druckkopf-Beschleunigungsbegrenzung (langes Wort!) eingestellt: 1000 mm/s². Die Fahrgeschwindigkeit liegt auch wieder bei luftigen 60 mm/s (40 mm/Sekunde für Außenhülle). Und die Z-Kalibrierung habe ich wohl endlich gelernt richtig zu machen:

  1. Drucker einschalten und mit Computer verbinden
  2. Manuelle Steuerung aktivieren
  3. Einige mm nach oben fahren
  4. Wieder nach unten fahren bis der Motor ausschaltet (das ist nicht die unterst mögliche Position, sondern der Endschalter!)
  5. Jetzt die Druckbett-Düsen-Höhe messen

Die Differenz zwischen Kaltstart und Endposition sind gut 0,7 mm bei meiner Kiste, und das macht einen Haufen™ Unterschied aus, denn der Kontaktpunkt liegt nun bei 138,4 mm. Jetzt kann Slic3r endlich seine Ansatzposition sauber austarieren je nach Schichtdicke … und die Haftung der ersten Drucklage auf dem Plexiglas ist jetzt ein Traum.

Zum Ausprobieren gleich mal zwei Vasen, mit neuer Dicke von 0,3 statt 0,25 mm. Damit ist die Version „gestreckter Fußball“ in gerade mal 10 Minuten fertig, und die Version „Zerknittertes Irgendwas“ braucht nur wenig länger.

Leider ist hier unten an einer Nahtstelle die Dichtigkeit nicht gut, es tritt deutlich Wasser aus – siehe: Düse 0,5mm. Erst beim nächsten Modell habe ich dann mit 0,4 mm Düse, 0,3 mm Schichthöhe fast eine echte Vase geschafft – hier ist wiederum ein Loch an einer Kante, ca. 1 cm über dem Boden. Das ist nicht so toll, aber jedenfalls sieht das Natur-PLA einlagig wieder extrem bunt im Widerschein meiner Regenbogenlampe aus:

Und nun der Härtetest: Das bereits bekannte Wemos-D1-Mini-Gehäuse für meine Klimasensoren, gedruckt mit voller Geschwindigkeit, voller Beschleunigung, und lediglich mit der Überlappung Aussenhülle-Füllgitter reduziert auf 5% (statt 15%, wie Slic3r meinte).

Und …

Perfekt!

Ein Traum in Transluzent
Ein Traum in Transluzent

 

One Reply to “Wenn die virtuelle Düse geht …”

  1. GZ! Kaum hast du 2 KM Material verbraten, klappt es ...ENDLICH!
    Spaß beiseite...schaut wirklich toll aus. Bin dann auf Deinen neuen Monster-Drucker gespannt und auf die Vasen 🙂
    Jedenfalls kannst Du gerne zum testen noch zwei Gehäuse für den Temp-/Feuchtigkeitssensor drucken. Ich brauche nämlich noch zwei...

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