Neues vom Slic3r

11 Jan

Feierabend, Druckerabend: Nachdem Mr. J leider kurzfristig absagte, bleibt mir Zeit, mich mit des Widerspenstigen Zähmung zu befassen.

Nach dem Intermezzo einer Lupen-Löt-Operation am offenen Hirn eines Mac Mini, dem der Lüfter-Anschluss verlustig gegangen ist, (kleine Gefälligkeit für einen Kollegen) geht der Kampf gegen das 3D-Drucker-System in die nächste Runde.

Einige Mysterien konnte ich durch Versuch-und-Irrtum endlich entschlüsseln, unter anderem das Rätsel des zum Ende abschaltenden Lüfters, sowie den Fall des dauer-extrudierender Extruders.

Für den Lüfter war es nur nötig, am Anfang vom End-Gcode den „Lüfter-Ein“ Befehl einzufügen: M106 S255 

Das war ja einfach.

Der dauer-extrudierende Extruder war etwas kniffeliger, besonders weil es kaum zu unterscheiden war ob das nur ein Anfangs- oder ein Dauerproblem war. Also: Macht er das nur am Anfang bis zum eigentlichen Druck falsch, oder dauernd bis zum Ende?

Es hat sich beim Druck einer komplexeren Testform als ein Dauerproblem herausgestellt, das wegen des „Materialvorschub zum Düsenreinigen“ während der Vorbereitungsphase entstand. In der Warteposition spült der „Weisi“ ja 12 Sekunden Material durch. Leider fehlt im Start-GCode danach der Befehl, das auch wieder zu lassen, weil sich wohl mit der Werks-Software das beim nächsten Befehl von alleine erledigt.

Aber in Zusammenspiel mit Slic3r bewirkt diese Säumigkeit, dass während der Druckphase und auch während aller Bewegungen immer fröhlich PLA gegeben wird – auch während der Positionierfahrten. Denn der Code für „Extruder Halt“ genauso wie „Extruder Start“ gilt eigentlich als „outdated“, vermutlich kümmert sich Slic3r auch deshalb nicht mehr darum, ihn mit einzufügen.

Die Lösung? Nach „Extruder spülen ein“ und „Warte ein paar tausend Millisekunden“ einfach noch ein „Extruder wieder AUS“, und schon sieht die Grundplatte nicht mehr aus wie ein umgekipptes Käsefondue:

M101 (start extruder uncontrolled)
G04 P5000 (5000 ms filament dump to clean nozzle - default 12000)
M103 (stop extruder)

Allerdings wird sich im gerade laufenden Testdruck wohl nun rächen, dass ich den Filament-Durchsatz ziemlich weit reduziert habe … das Testobjekt wird sich wohl eher als filigran denn als robust präsentieren. Aber immerhin: Der Weistek druckt nur noch dort auch Material wo er soll. Der Rest (immer noch viele, viele Möglichkeiten) ist „nur“ Fein-Tuning. Insbesondere „Retraction“ werde ich wohl wieder zuschalten, das hier noch wegen der Problemsuche ausgeschaltet war, und die Z-Justage kann auch noch ein paar 1/10mm vertragen …

Neuer Testdruck mit Slic3r
Neuer Testdruck mit Slic3r

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

2 × eins =