Drucksonntag

6 Nov

Im Projekt Leuchtding sitzt ja unter der Vase ein LED-Ring. Ganz ohne weitere Teile im Inneren würden alle Leuchten mehr oder weniger überall hin leuchten, so dass statt wandernder Farben nur ein Mittelwert sichtbar wäre (grob vereinfacht). Bei den ersten Tests hat sich eine Papp-Röhre in der Mitte ganz gut bewährt, damit jede LED sich auf die ihr am nächsten liegende Fläche beschränkt.

Im Versuch, das etwas präziser zu lösen, beschloss ich einen 3D-Körper dafür zu drucken. Nach einigen ersten Versuchen (Kegel, Zylinder) und zähem Kampf, dass wirklich nur eine Lage Plastik gedruckt wird, hat es dann geklappt. Der Vollständigkeit halber: So sieht PLA aus, wenn es mit Weißlack aus der Dose eingesprüht wird. Ganz OK.

Damit wird die Farbe unten ganz gut getrennt, aber bei diesem ersten Modell reichten die Finnen nur bis zur Hälfte der LEDs. Und nach oben mischte sich alles wieder in eine einheitliche grauweiße Fläche.

Die Lösung? Wie in den 50ern bei den Autos: Größere Finnen!

Das von der 3D-Software aber bis auf den Drucker zu bringen, war ein unerwartet schwerer Kampf. Einfach nur den Kegel mit größeren Finnen zu exportieren, war nicht das Problem. Aber im Versuch, Material zu sparen, hat die Slicing-Software eine sehr unregelmäßige Grundfläche aus dem Modell berechnet.

Das Ergebnis? Durch das viele Hin und Her, die ständig wechselnde Geschwindigkeit zwischen Drucken und Fahren und in-der-selben-Spur zurückspringen bzw. mit-Vollgas-quer-über-die-Fläche kam in drei Versuchen nicht ein einziges Mal ein unbeschädigtes Grund-Raft (eine gedruckte Unterlage) dabei heraus. Da braucht man gar nicht weiter laufen lassen.

Knatsch im Druckbett
Knatsch im Druckbett

Im schlimmsten Versuch – dort hat mir die 3D-Vorschau schon gereicht – hat die Software die Streifen sogar übereinander gelegt. Wie das geht, ist mir immer noch nicht klar. Drucken lässt sich so eine Plastik-Pampe auf jeden Fall gar nicht.

Logische Schlussfolgerung: Die Grundfläche muss in einer einzigen Werkzeugfahrt gemacht werden, ohne An- und Absetzen. Das wiederum kann man in dem doch schon betagteren, nicht wartungsfreundlichen Replicator G, der auch noch vom Drucker-Hersteller übelst modifiziert wurde, nicht ohne weiteres einstellen, man muss ihn durch die Roh-Daten zwingen.

Also? Bleibt nur, das Modell nachzuarbeiten. Die Grundfläche habe ich mit kleinen zusätzlichen Kästchen vollgestellt, so dass Replicator eine einheitliche Trägermatte anlegen muss. Bis das endlich sauber funktionierte, hat es ein paar Stunden gedauert. Insbesondere, weil zwischen Import und Vorschau sich gut 20 Minuten Fortschrittsbalken jedes Mal breit machen. Modernere Software reißt das mittlerweile in Sekunden herunter.

Zwischendurch dann gleich noch ein verbessertes Modell der Standfüße für die Foto-Akzentbeleuchtung konstruiert und gedruckt, um über den Frust des extrem störrischen Kegel-Dings zu kommen. Das hat dann wiederum auf Anhieb gut geklappt:

Zurück zum Licht-Kegel: Im vierten oder fünften Anlauf gab ReplicatorG dann endlich klein bei. Bis auf die übersehene, glücklicherweise nicht kritische Lücke zwischen Finnen und Kegel auf dem unteren Zentimeter (warum?!) kam Schritt für Schritt doch noch das gewünschte Ding aus dem Drucker:

Obwohl jede Schicht nur aus einer dünne Wand ohne Füllung besteht, braucht der Ausdruck doch einige Stunden. Aber das Ergebnis ist wieder einmal beeindruckend, leicht und eine schillernde Sache. Es wird später wieder Zeit für die Sprühdose werden. Hier erstmal ein paar Glamour Shots vom fertigen Teil und seinem geplanten Einsatz:

Über Nacht wird noch ein zweites Teil (hoffentlich) aus dem Drucker kommen, aktuell sind ja zwei Lampen in Arbeit.

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