Pantoffelkinozusammenfassung: „Wolfcop“, „Der Hexer“, „Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere 3D“

23 Aug

So, mal wieder Elektromarkt-Ramschkistensichtung in der Film-Abteilung. Wo fangen wir denn an …

„Wolfcop“ (2014)

Auf den Film bin ich ja nur gestoßen, weil ich die launigen Kritiken von badmovies.de gelegentlich als Unterhaltungslektüre konsumiere, und weil er zufällig beim K+B bei den Blu-rays in der vorderen Reihe stand.

Hm. Räusper. Tja. Also.

Schräg.

Eine Independent-Produktion mit kleinem Budget, gewachsen aus einem Drehbuch, das bei genügend Filmleuten den „Echt jetzt? Das ist so irre, das sollten wir wirklich versuchen…”-Reflex ausgelöst haben muss. Oder vielleicht ist Kanada einfach so. Jedenfalls kam noch eine Finanzspritze dazu, weil das Team in einem Public-Funding-Crowsource-Convention-was-weiß-ich-Förder-Wettbewerb noch eine Million kanadische Dollar Siegerpreis für den Trailer und das Marketing (noch ohne Film dahinter) bekommen hat. 17 Drehtage, Jeder-muss-anpacken-Team (im Making Of kann man sehen wie dem Hauptdarsteller sein Schweißerlehrgang beim Herrichten der Film-Fahrzeuge zupass kommt), also recht enthusiastischer wird’s nicht.

Der Film gibt sich echt Mühe und schwelgt manchmal ein bisschen zu sehr in der Narrenfreiheit, die kleinen Produktionen aus der Schnittmenge Horror+Komödie zu Eigen zu sein scheint (ist nicht unbedingt eines meiner Lieblings-Filmgenres).

Wirklich nur für Fans von „Schräg” geeignet.

Weiter zum nächsten Film:

„Der Hexer” (2001)

Auch hier gibt’s eine längere Herleitung dazu … über Youtube habe ich erstmal überhaupt Kenntnis vom mittlerweile dreiteiligen polnischen PC-Rollenspiel „The Witcher” erhalten. Im Mai ist der abschließende dritte Teil in den Läden gelandet und damit auch in einem Kanal, den ich abonniert habe. Das sah nicht nur richtig gut aus (wiewohl weit jenseits der Möglichkeiten jeglicher Hardware, die ich habe), sondern war auch eine interessante Spielwelt, die sich wie ein mittelalterliches Italo-Western-Szenario anfühlt, komplett mit Anti-Held und einer noch viel konsequenteren Grau-Grau-Zeichnung der Figuren als in den zynischsten Momenten von Terry Pratchetts Büchern.

Die alten Teile 1 + 2 gab’s dann a) für Mac, und b) für richtig kleines Geld (wir reden hier von Kaugummi-Packung-Preis) bei Steam als Download. Darüber wiederum war ich motiviert, die Bücher zum Spiel (bzw. andersrum, erst gab’s die Bücher, dann kam die Gamifizierung) anzufangen. Und zum richtig kleinen Preis fand ich letzten Samstag die Verfilmung von 2001.

Besser, den Versuch der Verfilmung.

Ach du meine Güte. Tja, „hat sich bemüht“ kann man’s wohl nennen. Na gut, a) eine Fernsehproduktion, b) … das Budget. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Es sind eigentlich schon immer wieder Versuche da, der Vorlage gerecht zu werden. Aber was Inszenierung und Kameraführung angeht, da fühlt man sich eher an irgendwas aus den 70-er Jahren erinnert und/oder Theater-Aufführung. Die Kostüme sehen aufwendig aus, aber die Bauten sind wohl diverse regionale Schlösser, wo die Crew nach Besichtigungsschluss schnell mal die Lichter und Kameras aufbauen durfte. Quietschsaubere schnurgerade Wände im Hintergrund passen einfach nicht zum vorgeblichen 1200-er-Jahre-Ambiente. Dass die Darsteller sich Mühe geben, aber nur selten ihren Buch-Beschreibungen ähneln, macht’s nicht besser.

Die Dialoge sind teilweise ein Graus aus dem Handbuch für Regie-Einsteiger, und zwar aus dem Kapitel „wie man’s nicht machen soll“. Da wird Hintergrund-Info in zähen Sprechtexten verpackt, weil man sich das Zeigen derselben schlichtweg nicht leisten kann (wohl Budget/Möglichkeiten geschuldet), Panorama-Aufnahmen oder größere Menschengruppen waren im Budget sowieso nicht drin, und die Spezial-Effekte sind speziell, selbst für das Produktionsjahr 2001.

Wenn man die ersten zwei Bände gelesen hat, erkennt man die motivgebenden Kurzgeschichten wieder. Manchmal will man das aber gar nicht, denn im Buch war das irgendwie alles … mehr. Näher. Lauter. Dreckiger. Bunter. Grauer. Gemeiner. Direkter.

Schade. Lohnt sich nicht wirklich, macht einem nur die Bücher-Imagination kaputt.

So, noch zum Abschluss Breitwand-Kloppen in Mittelerde:

„Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere 3D“ (2014)

Die letzten zwei Stunden der letzten Verfilmung des eigentlich recht kompakten „Der Hobbit“ fühlt sich an wie ein Mittelalter-Videospiel, bei dem man nicht selber die Knöpfe drücken aber in der Mitte mal kurz die Disc wechseln darf. Alles ist groß, laut, viel und schnell. Elfen, Orcs, Zwerge, Helden, Drachen, Geister, Gaststars, darf’s ein bisschen mehr sein? Man bekommt recht perfekt produziertes, wertiges Fantasy-Kino zu sehen, mit einigen wenigen Momenten, in denen tatsächlich sowas wie Film-Zauber durchkommt, bevor er wieder in Effekten ersäuft.

So gut die Effekte auch sein mögen, zwischendrin passiert leider immer wieder, dass die Physik schlichtweg auf ein missbilligendes Augenbrauen-Heben der Handlung Pause machen muss oder einer der Darsteller aus den gleichen Gründen sich den Fluch der spontanen Inkompetenz einfängt, und das unterbricht dann auch immer das „im Film sein“ auf das Unangenehmste (zumindest für mich). Typische Momente: beim Schluss-Duell zwischen diversen Zwergen, diversen Elfen und diversen Orcs. Vielleicht waren da sowohl die Effekt- als auch die Choreografie-Leute schon ausgelaugt … aber ausgerechnet da fällt’s natürlich am stärksten auf, dass hier die Darsteller im Grünraum nur gegen Gummibälle auf Stangen kämpfen bzw. mal eben schnell Schwünge oder Schläge von Knüppeln in Größe und Gewicht von Kleinwagen parieren, die noch ein paar Sekunden vorher beim Verfehlen durch massive Steinwände gingen.

Zumindest ist die Tolkien-Saga damit durch. Zusammengefasst: Popcorn-Fantasy-Bombast für zwischendurch.

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