Kellerkino: „Robocop“ (2014)

4 Dez

Es ist Donnerstag, Kellerkinotag! Zur Abwechslung mal wieder Trio-Glotzen nach hausgemachtem Wurstsalat bei Mr. J im Untergeschoß. Tja, eigentlich wollten wir uns ja „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ ansehen, aber leider weigerte sich der Blu-ray-Player diese Scheibe anzunehmen, trotz sorgfältigem Putzen. Scheint wohl, dass der alte LG zu irgend etwas nicht mehr kompatibel ist. Also kurzfristig Ersatzfilm, und zwar:

„Robocop“ (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1234721/

Ein paar Ideen und den Namen hat diese Neuauflage gemein mit dem Original von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1987. Ansonsten hat es das Digitalwunder mit erwartbar nahtlosen und sauberen Effekten sogar auf eine Ab-12-Jahre-Freigabe geschafft, was es dem klassischen Einsatz von blutfreier Action verdankt. Wo das Original eine schwarzhumorige Rache-Geschichte mit Messias-Motiven verbindet und damals der deutschen Prüfstelle ein Schnittgewitter mit Index-Ehrenplatz abnötigte, wird hier einfach das Licht ausgemacht. Nein, ernsthaft: Beim Zwischen-Showdown schaltet der Bösewicht das Licht aus, nachdem er sein Fußvolk in seinem Lager verteilt hat.

Das Licht. Gegen einen Cyborg mit Wärmebild.

Dann folgt ein grob ein- bis zweiminütiger Schußwechsel, der nur aus schnellen Schnitten und flackerndem Mündungsfeuer besteht.

Da sag’ ich mal gar nichts dazu.

Und wo im Original Peter Weller mit minimaler Mimik sich über die Laufzeit des Films Stück für Stück die Reste seiner Person zurück-erobert, nachdem die Eröffnung auch härter gesottenen Filmfreunden mindestens ein bißchen „Aua, ist das krank“ in die Gesichtszüge treibt, da haben wir in der 2014er-Version eine große Portion Drohnenkompott-Komplott mit drübergestreuter Küchenphilosophie, gelegentlich ein Dialogfetzen als „Hommage“ an die 87’er-Fassung, und ansonsten … naja.

Technisch gut, aber die Handlung … warum genau die Leute alle tun was sie tun bleibt größtenteils fraglich – was treibt denn den nominalen Oberbösewicht eigentlich an, und warum ist er so blass? Wieso geht der Nebenfiesling uns schon zur Halbzeit des Films verloren? Wieso zombiert unser Held durch die Landschaft, nur weil der Doktor ihm seine Traumata weggespritzt hat? Ach, egal. Es rappelt hin und wieder auf Ab-12-Niveau, das muss dem Publikum im Jahre 2014 wohl reichen.

Vielleicht bin ich einfach zu nostalgisch für Neuauflagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

zwei + sieben =