Sammelkino: „Resident Evil: Afterlife 3D“ (2010) und anderes

21 Nov

Nanu, keine Filmgeschichten, und das schon seit … letzter Woche? OK, so lange ist es dann doch nicht her, fühlte sich aber irgendwie so an. Also aufgepasst und zusammengefasst.

Beginnen wir mit dem neulichsten Film, gestern am Donnerstag. Statt dem Kellerteam in voller Besetzung gab’s wegen Unpässlichkeit nur Duo-Gucken mit Mr. J, und überraschenderweise auch mal bei mir in der Wohnzimmerwerkstatt. Zeit also für irgendwas in 3D und daher technisch bedingt nur auf der Standard-Glotze:

„Resident Evil: Afterlife 3D“ (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1220634/

Das ist der 4. Film zum Videospiel, bzw. „nach dem Videospiel“. War soweit ich mich entsinne der erste in 3D, und wurde damals angekündigt als „mit der Technik von AVATAR(tm)“. Also mit zwei Kameras, und „Real 3D“ (soweit natürlich anwendbar, wenn jede zweite Szene im Grünraum gedreht wurde).

Technisch überzeugt er mich nicht ganz. Man sieht zwar schon, dass es echtes Stereo ist, aber man sieht eben auch (wenn man weiß, wo man hinschauen muss), dass da noch Luft nach oben ist. Glanzstellen, Farben oder Lichtquellen sind hin und wieder zwischen beiden Augen leicht unterschiedlich, und das macht mich bei einem Film einfach rasend. Das gleiche Problem, nur noch viel schlimmer, hatte ich auch schon damals bei Dredd. Scheint aber eher eine Sache zu sein, die außer mir nicht wirklich jemanden interessiert. Egal. Mein Blog, mein Nörgel.

In der Handlung sind ein paar langsame Strecken, was zu einem Film über die totale Zombie-Apokalypse nicht so recht passen will. Wer einen Film namens „Resident Evil Afterlife“ anschaut, auf dessen Poster Milla Jovovich in Lackleder mit Chrompistolen durch Glassplitter springt, der neigt eher nicht zur Erwartung einer dialoglastigen Introspektive über Vergänglichkeit. Na ja. Und die Dialoge … dafür wird auch keiner einen Preis bekommen haben. Hoffe ich jedenfalls.

Zum Ende hin nimmt der Film wieder deutlich an Fahrt auf und schließt mit einem Cliffhanger, der im Nachfolger sofort (zwei Jahre später im Kino) aufgenommen wird. Aber das ist eine andere Geschichte.


A propos „andere Geschichten“: Hier noch ein paar weitere Filme, die sich über das letzte Wochenende zu sehen angeboten haben. Abgesehen von dem netten Spieleabend am Samstag, wo wir zu viert von Neun bis nach Eins mit „Zug um Zug“ verbracht haben. Nettes Brettspiel, das.

Zurück zum Film:


Weil Disney mit der aufgepeppten Rapunzel-Geschichte überraschend ordentlich vorgelegt hat, habe ich mir trotz schwerster Gesangs-Androhung nun auch noch den nächsten Anlauf zu einer „frei nach“ Geschichte aus dem Haus mit der Maus angetan:

„Die Eiskönigin – Völlig unverfroren 3D“ (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2294629/

Nun ja. „Frozen“ war doch so ein schöner Originaltitel, aber lassen wir die typisch deutsche Wortwucherung dieses Mal durchgehen. Einige Handlungselemente sind entlehnt aus Hans Christian Andersens „Schneekönigin“, aber nur wenn man sehr sehr die Augen zukneift. Ansonsten ganz ordentlich gemacht, was man bei den Profis durchaus erwarten darf. Ist es Pixar-Stil? „Nicht ganz,“ sage ich. Und es wird gesungen, allerdings in erträglichem Maß wenn man die englische Tonspur nimmt. Auf Deutsch – da bricht sich der englisch Inhalt manchmal am Zwangsreim den einen oder anderen Finger und zeigt dann damit in Richtungen, die das Original eher nicht gemeint hat. Nett, niedlich, harmlos, bis auf ein paar Klischees die ich nicht erwartet hätte. Wie den radebrechenden Almhütten-Verkäufer in Bergtracht, der im englischen O-Ton in tiefstem indische-Hotline-Singsang den Ranjid gibt. „Wolle Rose kaufen?“ hüpft da aus dem Langzeitgedächtnis. Der deutsche Sprecher hat sich eher des alpenländischen Sprachduktus bedient, was nicht so vage rassistisch daher kommt.

Es scheint sich um den Film eine ziemliche Fangemeinde gebildet zu haben, was mir eher fremdartig erscheint. So hoch auf’s Regal würde ich ihn nicht stellen.


Weil’s 3D grade mal wieder günstig gab, hier noch einer, den ich schon als 2D hatte.

Tron: Legacy 3D (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1104001/

Ho–ja. Hmmpf. In 3D ist er … in 3D. Immer noch sehr kühl und stylish, aber auch immer noch irgendwie unnötig. Hatte ich mir etwas mehr erhofft. Kann man sich anschauen für die Grafik. Muss man aber nicht.


Und noch ein Überraschungsei aus dem Fernen Osten:

„Detective Dee und das Geheimnis des Seeungeheuers 3D“ (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2992146/

In den USA hat er im Kino satte 5278 Dollar eingespielt am ersten Wochenende. Hm. War wohl nicht die Zielgruppe.

Wenn ich nicht den Vorläufer „… und das Geheimnis der Phantomflammen“ gekannt hätte, wäre ich wohl auch nicht auf die Idee gekommen, das nachgereichte Prequel zu kaufen. Auf der anderen Seite … Billig-Blu-ray in 3D! Mitgenommen!

Öh. Ja. Wow. Da kriegt man was für’s Geld!

Die Handlung in Kürze: Mittelalterliches China, der filmnamensstiftende Hauptdarsteller tritt seinen Dienst bei der Kaiserlichen Polizei an. Was kriegt man in den über 2 Stunden zu sehen? Sehr viel blitzsauberes, effektverliebtes 3D, eine völlige Abstinenz von jeglicher realistischer Physik wie „Impulserhaltungssatz“ oder „Schwerkraft“; aber dafür gibt es einen ganzen Haufen an Handlung, beginnend mit „Alteingesessener Chef vs. den Jungspund“, über politisches Ränkespiel, Untergrundkämpfer, dazu noch „Die Schöne und das Biest“ bzw. „Das Ding aus dem Sumpf“. Darf’s noch ein bisschen mehr sein? Obendrauf noch „Sherlock Holmes (Robert Downey Jr. Remixed)“, Seeschlacht, Kriegsgefahr und Gift-Intrigen, gewürzt mit praktisch jedem Kung-Fu-Klischee ever, alles verpackt in wertige Kostüme und Bauten und garniert mit Ninja-Gehampel und Extraportion Seeungeheuer, und das alles in Bunt! in 3D! in Bullet-Time!

Eine Toleranz bzw. Affinität für die asiatischen Handlungs-Archetypen wird aber schon vorausgesetzt.

Ja, der Film hat mich überrascht. Den will ich mir nochmal ansehen. Möglicherweise will ich ihn auch Mr. J aufdrängen, der kann mit solchem Material umgehen. 😉

 

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