Einseitige Mobildröhnung

6 Jun

Mal wieder Zeit für einen Zwischenstand nach 400 km mit dem „Neuen“: Der Kangoo fährt sich erstaunlich entspannt für ein Basismodell ohne große Extras (wie z.B. eine Klimaanlage, die nicht aus „Fenster ’runter“ besteht – Fenster natürlich handgekurbelt), aber auch die Klanguntermalung aus dem Armaturenbrett ist von großer konzeptioneller Schlichtheit.

Also eher unterwältigend.

Hin und wieder kann man zwar den Hauch tiefer Töne erahnen (oder aufgrund vorherigen Wissens um den Liedverlauf sich einreden), aber aus den DIN-Membranen von satten 10 cm ist bis auf die Anmutung eines durchschnittlichen Ferngesprächs kein Klang zu bekommen. Vibration im Armaturenbrett ja, aber bis zum Ohr — nein.

Zeit zum Schrauben.

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Das Original. Hatte ich erwähnt, dass das Auto im früheren Leben Bäckereitransporter war? Das erklärt das Restmehl unter allen Abdeckungen.

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Aus dem Versandhandel ein günstiger Ersatzschallwandler, platzbedingt natürlich auch nur im 4-Zoll-Format. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Im Versandkarton fand sich zusätzlich noch ein Adapter-Set vom allgemeinen Kfz-Flachstecker auf Renaults Normstecker. Schön, wenn ein Händler noch an so etwas denkt.

Der Einbau gestaltet sich problemlos, das Ergebnis allerdings bleibt unverändert. Das Armaturenbrett vibriert etwas mehr, der Klang eher nicht.

Mist.

Nun sind allerdings zwei Lautsprecher übrig. Und da vier wenigstens lauter ist als zwei, doppelt so viel der für den unteren Frequenzbereich so wichtigen Luftbewegung verursacht und im Heck neben der Kofferraumabdeckung sowieso noch zwei vorbereitete Gitter leer stehen, also kurzerhand ans Werk. In die Ringe des Plastiktableaus kann ich vorerst zumindest mal die beiden Übriggebliebenen verbringen. Liegt schon mal weniger herum. Wenn’s dann immer noch nicht taugt, kann ich ja der Hutablage noch zwei 16-er einsägen, wie weiland 1993 beim Fiat Tipo. Hach ja. Gute alte Zeit … aber weiter im Text:

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Kurze dicke Holzschrauben Ø 4,5 mm halten jetzt links und rechts den Lautsprecherkorb an die Unterseite gepresst. Bleibt noch eine Frage …

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Wo ist das Kabel? Vorne am Radio verschwinden vier Doppelleitungen in der Konsole. Und auf der linken Seite findet sich neben der Scheibenwasserleitung und der Stromabzweigung Kofferraumleuchte auch nach Tasten im Zwischenraum tatsächlich der weiße Stecker mit dem Tonsignal. Aus der größeren Öffnung darüber habe ich übrigens eine dicke Stahlschraube mit zwei großen Unterlegscheiben gezogen. Ein Teil weniger das klappern kann…

Einfach nun dieses Lautsprecherkabel durch das Lüftungsgitter unter der Kofferraumleuchte geführt (obendrüber spießt sich’s beim Anpressen der Plastikverkleidung am Blech – das ist jetzt auch ein neuer Erfahrungswert), Stecker einklipsen, und siehe da … mehr Klang. Überraschend mehr Klang. Der größere Freiraum hinter der Verkleidung lässt tatsächlich sowas wie tiefe Töne zu. Das ist aber schön.

Weniger schön ist, dass auf der rechten Seite jetzt zwar auch ein Lautsprecher eingeschraubt ist, aber hinter der Abdeckung kein Lautsprecherkabel liegt. Konsultation der Suchmaschine ergibt, dass tatsächlich der rechte Lautsprecherstrang nur bis zur B-Säule führt und dort an einem Stecker nicht mehr weiter geführt wird. Ein Kabel läuft zwar hinter der Seitenverkleidung, aber es geht (und gehört) nur zu den Heckleuchten. Der Ton versackt als zwei Blindbuchsen beim Gurtaufwickler.

Für’s Erste jedenfalls.

Das klingt wie ein Job für — Strippenzieherman!

Fortsetzung folgt …

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