Kellerkino: „Four Lions“ (2010)

19 Dez

Manche Film sind seltsam, oder zumindest hinterlassen sie ein entsprechendes Gefühl, oder, um’s mit Mr. J, in dessen Keller wir uns mal wieder zurückgezogen haben, zu sagen: „Was haben wir uns da gerade angesehen?“ Als er vor einigen Jahren im überregionalen Multiplex lief, war das auch schon so. Die Rede ist von:

„Four Lions“ (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1341167/

Eine schwarze Komödie, Sozialstudie und/oder Satire. Ich fühlte mich erinnert an „Whoops Apocalypse“, die Fernsehserie (bzw. den Kino-Remake) aus den 80-ern, nur mit dem Unterschied dass damals eben „der Atomkrieg!“ herhalten musste und heute „der Nahost-Bomber!“. Gefilmt über weite Strecken im Handkamera-Look, verfolgt der Film vier (anfangs fünf) irgendwie-religiös-oder-einfach-nur-aus-Doofheit radikalisierte Möchtegern-Weltverbesserer auf der Suche nach dem idealen Attentats-Ziel. Böse Dialoge, die Geschehnisse immer haarscharf an der Grenze zur Farce (manchmal auch mit einem Bein auf der anderen Seite), und trotzdem geraten die Figuren nicht zu clownigen Abziehbildern. Darin liegt wohl auch das Anstrengende des Films: Dass man zusieht, wie eigentlich recht „real“ gezeichnete Personen, die nicht als ihr Ende verdienende Unsympathen daher kommen, sich freiwillig un-sehenden Auges immer weiter hineinreiten…

Kein Film für den Familienabend, will ich damit sagen.

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