Heimkino: „Der Lorax 3D“ (2012) und „Madagascar 3 – Flucht durch Europa 3D“ (2012)

9 Mrz

Aus der überraschend gut bestückten Grabbelkiste für Budget-Blu-Rays gab’s heute Animationsfilm in 3D im Doppelpack. Film Nummer 1, mit Co-Filmgucker A.S., weil wir den im Kino irgendwie verpasst haben:

„Der Lorax 3D“ (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1482459/

Oh. Ah. Au weia. Nach der ersten Eröffnungsansage macht der Film gleich während des Titelvorspanns unmissverständlich klar, dass hier das Gesangselement ganz wesentlich zum Stil gehört. Na gut, als Adaption eines Kinderbuchs des dauerreimenden Doktors Theodor Seuss Geisel lassen wir das mal so durchgehen. Die Fabel um Industrialisierung und Raubbau wurde von der Produktionsfirma Illumination („Ich – einfach unverbesserlich“) um ein paar Figuren und einen neuen Antagonisten erweitert und präsentiert sich als zweigleisige Erzählung, in der der Hauptstrang immer wieder durch die in Rückblenden erzählte Vorgeschichte unterbrochen wird. Sauberes 3D (für Animationskino ja mittlerweile auch erwartbar) bringt Tiefe in die Landschaft und auch den gelegentlichen Pop-Out-Effekt gut zu Geltung. Persönlich habe ich ja eigentlich erwartet, dass Danny DeVito den kleinwüchsigen Raffzahn-Bösewicht sprechen würde, aber nein, ein Blick auf die Rückseite bringt auch Erhellendes zum merkwürdig schweren Dialekt des Lorax selber: Mr. „Schwarzeneggers Zwilling“ DeVito hat auch die deutsche Sprachversion synchronisiert (ich vermute mal, mit mehreren Anläufen und phonetischem Cheat Sheet neben dem Mikro).

Ein paar der Musik-Einlagen sind … boah. „Trippy“ ist wohl das Wort, das ich hier suche. Ich denke da nur an „How Bad Can I Be?“ (bzw. dessen deutsche Übersetzung), der bei mir schwerste Flashes der psychedelischeren Bilder aus „Yellow Submarine“ ausgelöst hat.

Zusammenfassung: Kann man sich ansehen, aber ist schon wirklich schräg und in meinen Augen weder Fisch noch Fleisch. Außerdem Musical-Toleranz als Vorbedingung.

 

So, weiter im Text, den Nachklapp habe ich mir dann solo ’reingezogen (Mr. A ist nicht so Fan der Madagascar-Reihe). Film Nr. 2 des Tages:

„Madagascar 3 – Flucht durch Europa 3D“ (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1277953/

Boah. Was geht das Teil ab. PDI/Dreamworks hat hier seine Animateure echt von der Leine gelassen. Die Figuren sind ja soweit in den vorherigen Teilen schon etabliert worden, und Nr. 2 war ja auch nicht so der Burner, aber Teil 3 holt in den ersten Minuten tief Luft und gibt dann Vollgas, dass die Heide wackelt. Sogar die Nebenfiguren, die in 1 und 2 teilweise (IMO) den Nerv-Faktor etwas zu hoch schraubten (*hüstel* Lemuren *hüstel*), sind hier als brauchbare Comic-Reliefs eingebunden. Das Format des Road-Movies mit Madame DuBois als permanente Bedrohung erlaubt es den Autoren, hier ihre 93 Minuten Laufzeit in einem Tempo und mit einer Freude an Zitaten und Farbgewittern abzuziehen, dass es einen in den Kinosessel drückt. Auch als 3D-Grafik-Demo mit Soundtrack spielt „Madagascar 3“ in der oberen Liga.

Überhaupt, der Sound: Hans Zimmer liefert wieder einen Soundtrack mit Bombast-Drive à la „Fluch der Karibik“ ab, unterbrochen mit Pop-Klassikern und aktuellem oder aufgebohrten Musikgut, das saubere Punktakzente setzt. „Any way you want it“ bei der Flucht im SUV? Da rappelt’s so richtig.

Gleiches gilt für die Kamera-Arbeit. Gerne mal dicht über dem (wie alles im Film) detaillierten Asphalt, in 3D, und oh was geht das ab. „Speed Racer“ muss leider wohl in meinen persönlichen Charts der hyperkinetischen Filme Platz machen für das, was Phil „Captain 3D“ McNally (hach ja, die guten alten Zeiten von Cinema4D, als er noch Luftballon-Männchen in Kurzfilmen animiert hat, bevor er ins Big Business engagiert wurde …) hier an Räumlichkeit gestochen sauber ins Wohnzimmer stellt.

Schnitt und Farbigkeit, und sowieso das ganze Produktdesign: Keine halben Sachen, der Film bleibt in den Figuren seinen cartoon-geometrischen Wurzeln treu, während Landschaft und Props niemals plastikhaft oder schnell zusammengeschustert wirken. Kein Bruch zwischen Akteuren und Bühne, zumindest keiner, den der wunderbar getimte Schnitt zu bemerken einem gestatten würde.

Chapeau. Auf meiner „das rockt“-Skala rockt dieser Film in einer Liga mit „Avengers“, und das will was heißen.

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